Eine Schwangerschaft ist für die Schwangere immer ein bedeutender Einschnitt im Leben. Das gilt nicht nur für die Schwangere, sondern auch für ihr Umfeld, wenn es davon erfährt. Meistens betrifft das vor allem den Vater des Kindes.
Eine gewollte Schwangerschaft bedeutet für die Schwangere meist grosses Glück und die Vorfreude auf das Kind ist dann sehr gross. Zu diesen Gefühlen mischen sich aber, besonders bei der ersten Schwangerschaft, auch Angst und Unsicherheit, denn ein Kind zu bekommen, gehört wohl zu den grössten Risiken, denen ein Mensch sich aussetzen kann: Wird die Schwangerschaft normal verlaufen? Wird die Geburt gut verlaufen? Und, vor allem: Wird das Kind gesund sein?
In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist das Risiko, eine Fehlgeburt zu haben, relativ gross - nicht nur bei der ersten Schwangerschaft. Mit einer Fehlgeburt endet die Schwangerschaft, bevor sie "richtig", begonnen hat, und die Enttäuschung in so einem Fall kann sehr gross sein. Eine solche frühe Fehlgeburt ist jedoch meistens ein Erlebnis, das relativ schnell bewältigt werden kann, wenn nichts dagegen spricht, es noch einmal zu versuchen. Im Falle starker Fehlbildungen oder genetischer Besonderheiten (zum Beispiel bestimmten Formen von Trisomie) beim Embryo ist eine Fehlgeburt als Schutzmechanismus der Natur zu sehen, da das entstehende Kind nicht lebensfähig wäre. Auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, vor allem Folsäure, kann zu einer Fehlgeburt führen.
Nach dem dritten Monat kann die Schwangere davon ausgehen, dass sich der Embryo festgesetzt (eingenistet) hat und sich weiter entwickeln wird. meist wird spätestens jetzt die Nachricht über die Schwangerschaft in der Verwandtschaft und im Bekanntenkreis verbreitet. Die eigenen Eltern, die - eventuell zum ersten Mal - Grosseltern werden, freuen sich oftmals sehr, und das Überbringen der Nachricht an sie macht besonders viel Spass.
Gleichzeitig beginnt eine Reihe von Vorbereitungen. Fragen sind zu klären, die zunächst die Schwangerschaft selbst betreffen. So muss eine Entscheidung für oder gegen bestimmte Untersuchungen im Rahmen von Pränataldiagnostik getroffen werden, namentlich die Fruchtwasseruntersuchung und bestimmte erweiterte Ultraschalluntersuchungen, mit denen sich mögliche Behinderungen des Kindes feststellen lassen - wobei auch schon vorher die Frage geklärt werden muss, was denn im Falle eines positiven Befundes, also einer wahrscheinlichen oder zu befürchtenden Behinderung, passieren soll.
Untersuchungen und Beratung während der Schwangerschaft übernimmt in erster Linie die Frauenärztin beziehungsweise ein Frauenarzt.
Die erste Ultraschalluntersuchung ist oft ein besonderes Erlebnis. Die Ärztin oder der Arzt kann mithilfe der Apparate das bereits sehr früh schlagende Herz des Embryos sichtbar machen. Dieser Anblick ist für viele werdende Eltern der erste sichtbare Beweis, dass da etwas heranwächst mit einem eigenen Leben, und der Moment kann sehr bewegend sein. Das erste Ultraschallbild wird meist ausgedruckt und im Bekanntenkreis herumgezeigt. Wer jedoch noch nie das bewegte Bild auf dem Monitor während der Untersuchung gesehen hat, wird darauf nicht viel erkennen und die euphorischen zukünftigen Eltern ernten zuweilen Erstaunen über ihre Begeisterung über das Bild mit den unbestimmten, verschwommenen schwarz-weissen Wölkchen-Formationen.
Die Beschäftigung mit dem eigenen Körper ist für die Schwangere während der gesamten Schwangerschaft ein herausragendes Thema. In der Regel wird die erstmalig Schwangere Informationen sammeln aus Büchern, von erfahrenen Freundinnen und Verwandten und aus anderen Quellen, die ihr zu Verfügung stehen.
Besonders beim ersten Kind müssen Fragen des zukünftigen täglichen Lebens mit Kind beantwortet werden. Bietet die Wohnung genügend Platz? Falls die Schwangere nicht mit dem Partner oder der Partnerin zusammen wohnt, wollen sie zusammen ziehen? Wird das künftige finanzielle Einkommen für die Familie reichen?
Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto mehr tritt die Frage nach Ablauf der Geburt und die Geburtsvorbereitung ins Blickfeld. Viele Schwangere besuchen, oft zusammen mit dem Partner, einen Geburtsvorbereitungskurs, der als regelmässiger wöchentlicher Termin oder auch als Wochenendkurs von Hebammenpraxen und Krankenhäusern angeboten wird. Inhalte dieser Kurse sind unter anderem Training für die Vorbereitung auf die Geburt, Entspannungsübungen und Säuglingspflege. Obwohl die meisten Geburten in Krankenhäusern stattfinden, planen viele Schwangere auch eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus.
Ein weiterer besonderer Moment während der Schwangerschaft ist es, wenn die Schwangere zum ersten Mal Kindsbewegungen spürt. Im Bauch wird plötzlich ein sanfter Stoss spürbar. Die Kindsbewegungen nehmen an Frequenz und Stärke zu. Gegen Ende der Schwangerschaft sind die Kindsbewegungen auf Grund des Raummangels hauptsächlich Drehungen, die relativ stark spür- und sichtbar sind.